Tipps fürs Bewerbungsgespräch: So überzeugst du!

189.133

Bewerbungsgespräche sind jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung. Die Vorbereitung dafür läuft aber eigentlich immer nach dem gleichen Schema ab. Die folgenden acht Punkte solltest du dir unbedingt zu Herzen nehmen, wenn dir ein Bewerbungsgespräch bevorsteht und du top vorbereitet sein möchtest. 

Wissen ist Macht!

Man kann es sich vielleicht nicht vorstellen, aber es soll Bewerber geben, die ganz nach dem Motto „Wird schon schiefgehen“ beim Bewerbungsgespräch aufkreuzen. Ohne vorgehende Recherchearbeit, ohne auch nur einen Blick auf die Website des Unternehmens geworfen zu haben! Einerseits ist so viel Selbstvertrauen in die eigene Person beneidenswert. Schließlich tritt ein solcher Mensch im Vorstellungsgespräch wesentlich entspannter auf. Du könntest dir mit zu viel Selbstüberschätzung aber auch ins eigene Fleisch schneiden. Wenn dein Gesprächspartner dir Fragen zum Unternehmen stellt und du nicht mehr bieten kannst als nervöses Gestammel, kann er dir das sehr schnell als mangelndes Interesse auslegen. Der Personaler geht schließlich davon aus, dass du neugierig auf deinen potenziellen Arbeitgeber bist und dich ordentlich über ihn informiert hast. Recherchiere also früh genug über die Geschichte des Unternehmens, seine Kultur und die Branche, um im Bewerbungsgespräch nicht kalt erwischt zu werden.

Tipp #1
Recherchiere schon im Vorfeld über das Unternehmen und deine Gesprächspartner.

Fragen über Fragen über Fragen

Bewerbungsgespräch ist Fragestunde. Und die Frage nach Stärken und Schwächen kommt so sicher wie das Amen im Gebet! Hier eine Antwort zu geben, kann knifflig werden. Insbesondere, was Schwächen anbelangt – man will sich immerhin von seiner besten Seite präsentieren und die Chance auf eine Anstellung nicht mit irgendwelchen Enthüllungen vermasseln. Aber auch das Formulieren von Stärken kann sich in einen Hochseilakt verwandeln.

08/15-Antworten wie Teamfähigkeit, Wissensdrang oder Neugierde bekommt der Personaler oft genug zu hören. Doch dadurch erschließt sich ihm nicht, was du konkret für das Unternehmen und seinen Erfolg leisten kannst. Wenn du die Stellenbeschreibung überfliegst, überlege dir einfach mal, welche Interessen und Motivationen dich vorantreiben. Inwiefern können dir diese als Arbeitskraft in einem Unternehmen nützen? Für einen Personaler sind folgende Statements wesentlich aufschlussreicher:

  • Ich habe Spaß am Umgang mit Zahlen.
  • Ich verfüge über ein ausgezeichnetes Gedächtnis.
  • Hinsichtlich Feinmotorik bin ich sehr geschickt.

Deine Antworten sollten auch stets spezifisch sein. Wenn du in deinem Lebenslauf als Hobbys Lesen oder Kochen angibst, solltest du hervorheben, für welche Literatur du dich interessierst oder ob du einer speziellen Küche verfallen bist. Da sich in Bewerbungsgesprächen einige Fragen als Standard etabliert haben, mag es verlockend wirken, irgendwelche gut klingenden Floskeln auswendig zu lernen und diese im Gespräch wiederzugeben. Achtung: Erfahrene Personaler durchschauen solche Taktiken schnell!

Bereite auch du unbedingt Fragen vor, die du dem Personaler stellen möchtest. Wie oben bereits erwähnt willst du schließlich herausfinden, ob du und das Unternehmen kompatibel seid. Um die richtige Entscheidung treffen zu können, brauchst du umfangreiche Informationen: Was interessiert dich also besonders an der ausgeschriebenen Stelle? Welche Aufgaben werden auf dich zukommen und welche Herausforderungen wird es geben? Und wie sieht es mit der Einarbeitung aus? Dieser Fragenkatalog kann dir als Denkanstoß dienen.

Frage aber auch dich selbst, warum du eigentlich für genau dieses Unternehmen arbeiten möchtest. Sind es beispielsweise die Produkte, die Branche oder die guten Entwicklungschancen? All diese Aspekte sollten in deine Entscheidung miteinfließen.

Tipp #2
Vermeide 08/15-Antworten, wenn dir die gängigen Fragen gestellt werden und überlege dir auch eigene Fragen.

Social Media Profile aufräumen

Du hast deine wilden Zeiten exzessiv auf Facebook, Instagram und Co. verbreitet? In Retrospektive vielleicht nicht die beste Idee, wenn man bedenkt, dass das Internet nicht vergisst. Ob Fotos von Sauftouren durch Mallorca, peinliche Partyandenken oder fragwürdige Textpostings – deine Onlineprofile bergen vermutlich allerhand an „Schätzen“, die deinem Image schaden können. Sogar dann, wenn du dich mittlerweile zu einem vorzeigbaren, diskreten Menschen entwickelt hast.

Investiere also einiges an Zeit in das Durchforsten deiner Social Media Kanäle und hinterfrage kritisch, welche Inhalte du einem Personaler ohne schlechtes Gewissen zumuten würdest. Darauf solltest du besonders Achtgeben:

  • Informationen, die auf falsche Angaben in deinem Lebenslauf hinweisen
  • Diskriminierende Sprüche und Kommentare
  • Darstellung von Alkohol oder Drogenmissbrauch
  • Radikale politische Ansichten
  • Eine Unzahl an Rechtschreibfehlern in Postings und Kommentaren
Tipp #3
Überprüfe deine Social Media Profile und gehe sicher, dass dir die Inhalte nicht zum Verhängnis werden können.

Kein Grund zur Aufregung

Bloß nicht aufregen!

Du neigst in ungewohnten oder stressigen Situation dazu, nervös oder unsicher zu werden? Keine Sorge, so geht es vielen von uns. Dabei ist das überhaupt nicht nötig. Denk daran: Nicht nur du bewirbst dich um einen Job, sondern das jeweilige Unternehmen um dich als neue Arbeitskraft! Das bedeutet, dass dein potenzieller Arbeitgeber sich im Bewerbungsgespräch ebenso sehr beweisen muss wie du. Dieses Zusammentreffen soll dir Klarheit darüber verschaffen, ob zwischen dir und dem Unternehmen überhaupt die Chemie stimmt und du dir vorstellen kannst, dort langfristig dein Brot zu verdienen. Was dir auch Druck von den Schultern nehmen kann: Die Gewissheit, dass du auf einen Plan B zurückgreifen kannst. Setz deine Karte nicht auf ein einziges Unternehmen, sondern schicke auch noch weitere Bewerbungen ab.

Wenn du unter ganz schlimmem Lampenfieber leidest, kannst du das Gespräch zu Hause mit einer zweiten Person (oder deinem Haustier) solange üben, bis du ein gutes Gefühl hast. Wir haben hier übrigens eine Zusammenfassung jener Fragen, die im Bewerbungsgespräch so gut wie jedes Mal gestellt werden. Wirf also unbedingt einen Blick drauf, damit du auf alle eine Antwort parat hast.

Ein weiterer Stressfaktor, den du entschärfen kannst, ist die Pünktlichkeit. Plane deine Anreise so, dass du auf jeden Fall zehn bis fünfzehn Minuten früher als abgemacht beim Unternehmen bist. Achte also auf Staumöglichkeiten, wenn du mit dem Auto unterwegs bist, oder halte Ausschau nach Verspätungsmeldungen, sofern du mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist.

Und sollte sich das Herzklopfen so gar nicht beruhigen wollen, kann der Griff zu homöopathischen Mittelchen helfen. Hier einfach in deiner Apotheke nachfragen, welche Mischungen sich am besten dazu eignen, deine Nerven zu beruhigen.

Tipp #4
Es ist völlig normal, vor einem Bewerbungsgespräch nervös zu sein. Finde eine passende Form der Beruhigung für dich, um deine Nervosität in den Griff zu bekommen.

Der letzte Check

Du bist wie geplant ein paar Minuten zu früh beim Unternehmen angekommen? Dann mach noch schnell einen letzten Abstecher auf die Toilette! Dort kannst du sichergehen, dass dein Outfit eh noch richtig sitzt und sich keine Reste vom Mittagessen daran festgemacht haben. Nutze die Gelegenheit auch dazu, dich ein bisschen frisch zu machen – besonders im Sommer kann es Wunder wirken, die Hände kurz unters kalte Wasser zu halten.

Tipp #5
Unterziehe dich vor dem Bewerbungsgespräch noch einem letzten, prüfenden Check auf der Toilette.

Haltung bewahren

Schon mal was vom Chamäleon-Effekt bzw. der Spiegeltechnik gehört? So lautet die Bezeichnung dafür, wenn wir unser Gegenüber im Gespräch – vor allem in Bezug auf Körpersprache – nachahmen. Häufig tun wir das unterbewusst, zum Beispiel bei „Mikro-Gesten“ wie lächeln oder wenn sich jemand an der Nase kratzt. Diese Verhaltensmimikry wird primär durch unser menschliches Bedürfnis nach Harmonie und Symmetrie ausgelöst und bildet eine Art sozialen Klebstoff.

Während des Bewerbungsgesprächs kommt diese Taktik zum Einsatz, indem man trinkt, wenn der Gegenüber trinkt, lächelt, wenn der andere lächelt und so weiter. Natürlich darf man das Ganze nicht übertreiben, ansonsten fühlt sich der Personaler womöglich veräppelt.

Bei der Körperhaltung gilt allgemein: Sei natürlich und sitze aufrecht, aber nicht verkrampft. Wenn du dir unsicher bist, kannst du dich ganz nach den Regeln des Chamäleon-Effekts an deinem Gesprächspartner orientieren. Die meisten Bewerber wissen bei den Händen nicht, wohin damit. Beim Sprechen kannst du das Gesagte mittels Gestikulation unterstreichen, aber du solltest natürlich nicht wild herumfuchteln. Vor der Brust verschränkte Arme kann implizieren, dass du abwehrend oder gar unsicher bist. Am besten sind die Hände locker im Schoß aufgehoben oder auf den Armlehnen des Stuhls. So vermittelst du einen entspannten, offenen Eindruck.

Tipp #6
Deine Körperhaltung sagt mehr als 1000 Worte. Nutze die Spiegeltechnik und andere Methoden, um indirekt mit deinem Gegenüber zu kommunizieren.

Du willst mehr Infos zum Bewerbungsgespräch?

Für ein erfolgreiches Gespräch musst du deutlich mehr beachten als diese 6 Tipps. In unserem Leitfaden kannst du dir einen Überblick über alles Wissenswerte machen: Alle Infos rund ums Bewerbungsgespräch.

Fotonachweis: New Africa / Quelle: Shutterstock

financejobs.at verwendet Cookies, um Ihr Benutzererlebnis zu verbessern und personalisierte Werbung anbieten zu können. Weitere Informationen und deine Opt-Out Möglichkeit finden Sie auf unserer Datenschutzseite.